Vinyl & Schellack
Das Handwerk des Auflegens mit Platten — von der richtigen Nadel bis zum nahtlosen Übergang.
Ich bin Patrick — Tango-DJ aus Köln. Ich tanze Tango seit 2001, und seit 2009 stehe ich am Pult der Milongas: erst mit Dateien, heute am liebsten mit Schallplatten — und dazwischen am Digitalisierungsplatz und in meiner Tango-Bibliothek.
Ich tanze Tango seit 2001 — und seit 2009 lege ich auf Milongas auf, in Köln und darüber hinaus. Mit Blick auf den Saal, die Energie und den Moment: Tandas, die tragen; Cortinas, die atmen lassen.
Begonnen habe ich mit Dateien; über die Jahre hat mich der Weg immer tiefer zur Quelle geführt. Heute ist mein Markenzeichen das analoge Auflegen von LPs und Schellacks. Vinyl bringt eine Wärme und Präsenz in den Raum, die keine Datei ersetzt — und jede Platte erzählt ihre eigene Geschichte.
Im Zentrum steht die Musik der Época de Oro — ergänzt um hochwertige Transfers der frühen Guardia Nueva und, als Würze, Tangos der Vanguardia. Kurz: ein abwechslungsreicher, mitreißender Abend für die Tanzenden.

Einige Abende leben hier weiter — als Playlists auf Spotify. Sie zeigen, was ich auflege, nicht, wie es klingt: Auf der Milonga kommen die Stücke von Schallplatte und aus sorgfältig restaurierten Transfers, mit einer Wärme und Tiefe, die kein Streaming abbildet. Die Auswahl stimmt — den Klang gibt es nur live.
Nach über 15 Jahren Aufbau meiner Tango-Bibliothek stieß ich an die Grenzen des digitalen Markts. Dahinter liegt eine andere Welt: tausende Einspielungen, bewahrt auf Schallplatten — viele davon heute selten zu hören und über digitale Kanäle kaum zugänglich.
Diese Entdeckung wurde zu einem meiner lohnendsten Projekte als DJ und Sammler: Ich digitalisiere Platten aus meiner Sammlung und steuere sie dem Archiv von tango-dj.at bei — viele tausend Titel von 1927 bis in die 1970er-Jahre, darunter Orchester und Aufnahmen, die digital kaum verfügbar sind. Und es warten schon die nächsten Kisten.
In Kooperation mit tango-dj.at — dem größten digitalen Tango-Archiv weltweit. Mitglieder können dort alle Titel vorhören, Versionen vergleichen und die analoge Schicht der Tangogeschichte erkunden: unbekannte Orchester, alternative Aufnahmen, spätere Musikergenerationen. Für Sammler zudem ein wertvolles Werkzeug — oft lässt sich vor dem Kauf einer Platte prüfen, was einen darauf erwartet.
Das Handwerk des Auflegens mit Platten — von der richtigen Nadel bis zum nahtlosen Übergang.
Behutsames Entknistern und Entzerren — so nah am Original wie möglich, so viel Eingriff wie nötig.
Orchester, Epochen, Aufnahmen und Pressungen — Wissen, gewachsen über viele Jahre.

Bücher, Diskographien, Zeitschriften und Platten aus Jahrzehnten Tangogeschichte. Hier zeige ich Fundstücke aus meiner Sammlung und erzähle, was sie besonders macht.
»Eine Sammlung ist nie fertig — sie wird nur immer schöner.«
Ob Frage zu einer Aufnahme, zum Auflegen mit Vinyl oder zu einer besonderen Pressung — ich freue mich über jede Nachricht.
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